Um eine fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung zu schaffen, hatte Spitex Schweiz das Forschungsunternehmen Interface Politikstudien Forschung Beratung AG in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern mit einer Evaluation der aktuellen Berufsprofile beauftragt. Im Rahmen einer breit abgestützten Befragung beurteilten Geschäftsführende 17 Berufs- und Kompetenzprofile im Spitex-Bereich. Im Zentrum standen die aktuelle Ausgestaltung der Profile, die künftigen Aufgaben und Kompetenzen der Gesundheitsfachpersonen sowie die übergeordneten Anforderungen an die Bildungsabschlüsse. Ziel der Befragung war es, frühzeitig fachliche und strukturelle Veränderungen im Spitex-Bereich zu erkennen und die nötigen Massnahmen einzuleiten. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels ist dies ein zentraler und zukunftsrelevanter Schritt, um die Versorgung mit optimaler Qualität zu sichern.
Totalrevision Bildungserlasse Fachfrau/Fachmann Gesundheit (FaGe) EFZ
OdASanté führte im Zusammenhang mit der Totalrevision der Bildungserlasse «Fachfrau/Fachmann Gesundheit EFZ» eine Anhörung bei Organisationen der Arbeitswelt, Arbeitgeberverbänden sowie beim SBK durch. Gegenstand der Anhörung waren die Bildungsverordnung, der Bildungsplan und ausgewählte Umsetzungsdokumente.
Spitex Schweiz bezog die Bildungsverantwortlichen der Spitex-Organisationen mit ein. Von über 320 eingegangenen Stellungnahmen bei OdaSanté stammten 204 aus der Spitex-Branche – ein starkes Zeichen für das Engagement der Spitex-Organisationen in dieser Sache. Die Änderungen an der Bildungsverordnung wurden grossmehrheitlich unterstützt. Insbesondere die Erhöhung der Lektionen am Lernort Schule von acht auf neun sowie die Einführung der vorgegebenen praktischen Arbeit (VPA) im Qualifikationsverfahren stiessen auf breite Zustimmung. Ergänzend gingen differenzierte und konstruktive Hinweise ein, unter anderem zu pädiatrischen und psychiatrischen Inhalten, zur französischen Übersetzung des Bildungsplans sowie zu flexibleren Rahmenbedingungen im Qualifikationsverfahren.
Die bereinigten Bildungserlasse wurden der SKBQ FaGe und dem Vorstand von OdASanté vorgelegt. Damit ist ein zentraler Meilenstein auf dem Weg zu praxisnahen und qualitativ hochwertigen Bildungserlassen erreicht. Die Inkraftsetzung ist per 1. Januar 2027 geplant.
Revision Rahmenlehrplan Pflege HF
Spitex Schweiz hat sich aktiv in der Entwicklungskommission zur Revision des Rahmenlehrplans Pflege HF von OdASanté eingebracht und stellt so sicher, dass die Anforderungen der ambulanten Pflege angemessen berücksichtigt werden. Im Rahmen eines Soundingboards haben sich die verschiedenen Gesundheitsbranchen in die Diskussion eingebracht und Rückmeldungen zum Entwurf der Entwicklungskommission gegeben. Der Abschluss der Revision wird 2028 erwartet.
Kurse in Pflegehilfe
Seit 1. Februar 2025 führt OdASanté die Anerkennung der Kurse in Pflegehilfe durch, die ausserhalb der formalen Bildungssystematik angeboten werden und zuvor von Spitex Schweiz zertifiziert wurden.
Unter Beteiligung von Spitex Schweiz führte OdASanté zudem eine Branchenanalyse zu den Anforderungen an Pflegehilfekurse durch. Nach einer Ist-Analyse wurden ein aktualisiertes Anforderungsprofil sowie Mindestanforderungen definiert. Darauf aufbauend folgte die Ausgestaltung eines angepassten Anerkennungsverfahrens und die Regelung der Rezertifizierung. Ziel ist eine langfristig gesicherte und transparente Qualität dieses Bildungsangebotes.
Anerkennungsverfahren für Bildungsanbieter gleichwertiger Kurse für Angestellte pflegende Angehörige
Die Mindestanforderungen für Anbieter gleichwertiger Ausbildungen, die pflegende Angehörige ausbilden, wurden revidiert. Damit wurden klare, vergleichbare Qualitätsstandards geschaffen. Mit der Durchführung der Anerkennungsverfahren wurde Czock Healthcare Consulting beauftragt. Das Zertifikat stellen die Spitexverbände nach abgeschlossenem Anerkennungsverfahren aus. Das Anerkennungsverfahren gewährleistet eine fachlich fundierte und transparente Beurteilung der Bildungsanbieter. Im Jahr 2025 wurden bereits fünf Kurse anerkannt.
Aline Kurmann
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Grundlagen und Entwicklung, Fokus Datenmanagement und Gesundheitsversorgung
Advanced Practice Nurse (APN)
Im Rahmen der Umsetzung der Pflegeinitiative soll die Rolle der Advanced Practice Nurse (APN) mit einem konsekutiven Masterabschluss gesetzlich geregelt und gestärkt werden. Spitex Schweiz war im Soundingboard des Bundesamts für Gesundheit (BAG) «APN im KVG» vertreten und hat dort gezielt die Perspektive der ambulanten Versorgung eingebracht. Das Ziel war, klare regulatorische Rahmenbedingungen für die eigenverantwortliche Berufsausübung von APN zu schaffen und die Qualität der Versorgung sicherzustellen.
Ein zentrales Anliegen von Spitex Schweiz ist die gleichwertige Anerkennung und Finanzierung von APN-Leistungen unabhängig vom Setting. Der Fokus der Arbeiten des BAG lag primär auf APN-Tätigkeiten in ärztlichen Praxen, während Leistungen von APN in der Spitex bislang unzureichend berücksichtigt wurden. Spitex Schweiz setzte sich deshalb mit Nachdruck dafür ein, dass APN-Leistungen im häuslichen Setting explizit in die laufenden Regulierungs- und Finanzierungsarbeiten aufgenommen werden. Zu diesem Zweck hat Spitex Schweiz dem BAG ein Positionspapier zur Tarifierung und Finanzierung von APN-Leistungen übermittelt und den fachlichen Austausch auf administrativer sowie politischer Ebene aktiv weitergeführt.
Weitere Aktivitäten
- Controlling und Zertifizierung der Basiskurse für Haushelferinnen
- Mitglied der nationalen Arbeitsgruppe «Gesundheitliche Vorausplanung (GVP)»
- Mitglied der Arbeitsgruppe Berufsbildung und des Ausschusses Berufsbildung vom Arbeitgeberverband