Spitex Jahresbericht 2024
Grundlagen & Entwicklung

Tarife IV/UV/MV

Ruth Hagen
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Grundlagen und Entwicklung

Im Frühjahr 2025 traten die neu verhandelten Administrativverträge in Kraft, in denen die KLV- und KVV-Änderung vom Juli 2024 abgebildet sind. Die IV-Tarife sind weiterhin nicht kostendeckend.

Die aktuellen IV/UV/MV-Tarife, die im Oktober 2024 in Kraft getreten sind, beruhen auf Kostenrechnungsdaten der Jahre 2021 und 2022. Um Datengrundlagen für die Neuverhandlungen der Tarife zu erhalten, wurden die Kostenrechnungsdaten 2023 und 2024 der Kinderspitex-Organisationen erhoben. Das Resultat der Erhebung von 2021 und 2022 zeigt somit auf, dass die IV-Tarife nach wie vor nicht kostendeckend sind. Der Grund liegt darin, dass das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) die Verantwortung für die Finanzierung der Versorgungspflicht auch bei den Kantonen sieht. Es wurden Gespräche mit der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) und dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) geführt. Um die Kosten, welche die Versorgungspflicht verursacht, genauer beziffern zu können, wurde im Laufe des Jahres 2025 mit der Erhebung zusätzlicher Kennzahlen bei den Kinderspitex-Organisationen begonnen. Aussagekräftige Ergebnisse dazu dürften Anfang 2027 vorliegen. 

Die Daten für den UV/MV-Bereich zeigten eine Kostensteigerung um rund 6% im Vergleich zu den Jahren 2021 und 2022. Entsprechend fordern die Spitex-Verbände eine Neuverhandlung dieser Tarife.

Administrativverträge
Im Frühjahr 2025 traten die neu verhandelten Administrativverträge in Kraft, in denen die KLV- und KVV-Änderung vom Juli 2024 abgebildet sind.

2025 standen für Spitex Schweiz insbesondere die Herausforderungen im Vordergrund, die sich aus der Zusammenarbeit zwischen «klassischen» Spitex-Organisationen und Organisationen, die ausschliesslich pflegende Angehörige anstellen, ergeben haben. Obwohl im Administrativvertrag festgehalten ist, dass eine Koordination der Leistungen erfolgen muss, wenn zwei Spitex-Organisationen im Einsatz sind, wurde diese Vorgabe häufig nicht eingehalten. Spitex-Organisationen erfahren teilweise erst vom Versicherer, dass noch eine zweite Organisation im Einsatz ist. Nicht selten kommt es in diesen Situationen zu einer Sistierung aller Zahlungen durch den Versicherer oder zu Rückweisungen von Leistungen. Spitex Schweiz hat zusammen mit der Association Spitex privée Suisse ASPS und Vertreter:innen von Spitex-Organisationen, die sich auf pflegende Angehörige spezialisiert haben, eine Ad-hoc Fachgruppe geschaffen. Diese soll Regeln zur Zusammenarbeit aufstellen, an denen sich die Spitex-Organisationen orientieren können.

Weitere Aktivitäten

  • Austausch mit den Versichererverbänden und mit einzelnen Versicherern zu übergeordneten Fragen rund um die Administrativverträge
  • Klärungen von zahlreichen Fragen von Seiten der Spitex-Organisationen zu den Prozessen und Abrechnungen mit den Krankenversicherern
  • ERFA-Treffen mit Vertretungen der Kinderspitex-Organisationen sowie des BSV und der IV-Stellen